Brausekünstler Jonas Groseker

Made in Bremen: Limonaden-Kreationen

Der gebürtige Allgäuer Jonas Groseker hat eine Leidenschaft für Liquides. Seit mehr als sieben Jahren steht der Wahl-Bremer hinter der Theke, um für seine Bargäste Drinks mit ungewöhnlichen Kreationen zu mixen. Sein Ziel: bekannten Geschmäckern einen neuen Dreh verpassen. Daraus ist vor zwei ­Jahren eine Frucht-Kräuter-Limonade entstanden. Inzwischen hat der 29-Jährige zwei weitere Sorten kreiert – und seinen Job als ­Barkeeper an den Nagel gehängt, um sich ganz auf das Geschäft mit J’s Limonade zu konzentrieren.

Als wir uns an diesem sonnigen Vormittag zum Gespräch treffen, hat der Jungunternehmer gerade seine ersten Limonadenflaschen an einen Rewe-Markt in der Bremer Neustadt ausgeliefert. Während Groseker in den ersten zwei Jahren vor allem Bremer Gastronomiebetriebe beliefert hat, will er nun vermehrt auf den Verkauf in regionalen Supermärkten setzen. „Über kurz oder lang muss man mit dem Produkt in den Einzelhandel gehen, um eine breitere Masse anzusprechen“, sagt er. Irgendwann sollen seine Limonaden in jedem Stadtteil in Bremen erhältlich sein.

„Ich habe immer schon gerne experimentiert mit Drinks“

Dabei hatte Groseker eigentlich gar nicht geplant, seine eigene Frucht-Kräuter-Brause auf den Markt zu bringen. Als es den 29-Jährigen 2010 aus dem Allgäu in die Hansestadt verschlug, mixte der Barkeeper seine Getränke noch im ehemaligen Edelrestaurant Outer Roads im Beluga-Gebäude. „Ich habe immer schon gerne experimentiert mit Drinks“, sagt der Wahl-Bremer. Damals hatte er zunächst die Idee, ein Tonic-Wasser zu entwickeln. „Ich hatte es fast fertig“, sagt er. „Aber ich habe es leider nicht verfolgt.“ Das Produkt verlief im Sande, und der Bremer legte erst mal eine einjährige Auszeit in Australien ein.

Doch seine Leidenschaft und das Interesse, ein eigenes Getränk zu entwickeln, blieben. Das bestehende Limonaden-Angebot in den Regalen langweilte ihn schon länger. „Der Limonadenmarkt hat sich extrem entwickelt in den letzten Jahren. Aber vom Geschmack war alles irgendwie ähnlich“, sagt er. „Ich war einfach überzeugt, dass ich das besser hinbekomme.“ Irgendwann war für Groseker klar: Er will seine eine Frucht-Kräuter-Limo kreieren. „Ich habe schon in meinen Jugendjahren gerne Limonade getrunken“, erzählt er. „Die war bei uns zu Hause selten und deswegen immer ein Highlight.“ Aber gibt es Limonade nicht schon in allen möglichen Sorten und Varianten? Ja, vielleicht – und trotzdem ist J’s Limonade irgendwie anders. Das hängt vor allem mit den ungewöhnlichen Kombinationen zusammen, die der gelernte Restaurantfachmann in die Flasche bringt.

Groseker wusste: Wenn er sich eine Limonade ausdenkt, muss sie sich von den bisherigen Produkten am Markt abheben. Der Jungunternehmer fing an, zu Hause verschiedene Rezepturen zu entwickeln und diese immer wieder neu zu kombinieren. Nach ein paar Monaten und vielen Versuchen war schließlich die erste Sorte fertig: Pfirsich-Thymian. „Ich bin ein großer Freund von Gewürzen“, sagt er. „Und so etwas gibt es noch nicht.“ Groseker ließ zunächst rund 5000 Flaschen abfüllen, die er mit einem handgezeichneten Design ausstattete. Damit belieferte er die Bremer Gastronomie. „Die Nachfrage war gut, und einige haben mich gefragt, ob ich nicht eine neue Limo rausbringen kann“, sagt er. „Viele stellen sich das sehr leicht vor, ist es aber nicht.“

Natürliche Produkte und ein hoher Fruchtanteil

Bis heute feilt der Erfinder von J’s Limonade immer wieder an Kleinigkeiten bei der Zusammensetzung seiner Produkte. Etwa ein Jahr nach seiner ersten Limonade brachte der 29-Jährige mit Birne-Ingwer und Zitrone-Melisse zwei weitere Sorten auf den Markt. Groseker legt nach eigenen Angaben großen Wert auf natürliche Produkte und einen hohen Fruchtanteil. „Ich verarbeite nur ganze Früchte“, sagt er. Das unterscheide ihn auch von vielen industriell hergestellten Brausegetränken. J’s Limonade mixt er am liebsten mit Weißwein und Basilikum-Sirup.

Alle paar Monate lässt Groseker bei einem Abfüller im Umland zwischen 6000 und 12 000 Flaschen produzieren. „Natürlich wird im Sommer einfach mehr getrunken als im Winter“, sagt er. Deswegen müsse er sich als Unternehmer nach der Saison besonders anstrengen, um in den Sommermonaten richtig durchstarten zu können. Dabei kümmert sich der gebürtige Allgäuer von der Auswahl der Rohstoffe über die Etiketten bis hin zum Vertrieb und Kundenkontakt um alles selbst. „Ein Ein-Mann-Allround-Programm“, sagt er. Ab August möchte der 29-Jährige den Vertrieb zunächst seiner Limonaden auf den Hamburger Raum ausweiten. Langfristig kann sich der Jungunternehmer gut vorstellen, seine Produkte deutschlandweit zu verkaufen.

Quelle: Weser Kurier

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